

Abb. Frauke Petersmann und Stefan Schliephake
Wir verstehen Theaterarbeit nicht nur als künstlerischen Ausdruck, sondern als eine Möglichkeit den Handlungsspielraum insbesondere von benachteiligten Menschen zu vergrößern.
Das Selbstbewusstsein wird im künstlerischen Prozess verstärkt und damit soziale Kompetenz erworben. Dadurch wird die seelische und geistige Gesundheit gestärkt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die SpielerInnen im Laufe der Theaterarbeit über ihren eigenen Schatten springen und somit Ängste abbauen und Sicherheiten gewinnen, die sich auch auf den Alltag übertragen lassen. Im übertragenen Sinne entstehen für die SpielerInnen neue Räume.
Es geht uns hierbei nicht nur um Persönlichkeitsentwicklung, sondern auch um Impulse für das gesellschaftliche Leben. Im intensiven Theaterprozess entsteht im Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen eine veränderte Wahrnehmung. Es gibt genug Gründe sich aneinander und miteinander zu freuen oder auch sich auseinanderzusetzen und mit Widersprüchen zu leben. Vorbehalte und Beeinträchtigungen die auf den ersten Blick noch prägend waren, verlieren sich und machen Platz für die Wahrnehmung von Qualitäten.
Rückmeldungen haben uns verdeutlicht, dass wir diese Erfahrung an unser Publikum weitergeben können und unsere Aufführungen im Raum Lüneburg weiterführende Impulse geben.
Anderssein als zentrales zeitloses Thema greifen wir in unserem neuen Projekt StadtVerFührung auf und laden die Lüneburger ein, sich auf neue Blickwinkel einzulassen.
StadtVerFührung ist das neue Projekt der Theaterwerkstatt des Offenen Atelliers. Die Lüneburger Stadt wird zur Bühne. Szenen entstehen an Originalschauplätzen vor historischer Kulisse. Was verbirgt sich hinter der mittelalterlichen Fassade unserer Stadt?
Stadtgeschichte ist das Erleben vieler Einzelner aus verschiedenen Blickwinkeln. Welche Geschichten haben sich insbesondere in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur hier in Lüneburg zugetragen? Welchen Bezug können wir zum heutigen Stadtgeschehen herstellen? Was für Menschen lebten, leben oder könnten hinter den oft bewunderten Fensterbögen leben?
Für die Schauspieler ist es eine Herausforderung im öffentlichen Raum Szenen zu entwickeln. Schon während der Proben entsteht so die Chance ein breites Publikum anzusprechen und Passanten spontan zu Zuschauenden oder Teilnehmern der StadtVerFührung werden zu lassen.
Entwickelt werden soll eine szenische Stadtführung. Die Zuschauenden gehen durch die Lüneburger Straßen und bewegen sich von Bühne zu Bühne. Nicht nur historisch Interessantes bekommen sie mit auf den Weg, sondern auch Eindrücke und Einblicke in die Welt, die hinter den historischen Steinen existiert.
Die Schauspieler entwickeln aufgrund der Recherche tatsächlich stattgefundener historischer Ereignisse und dem Bezug zu eigenen Erlebnissen mal mehr oder mal weniger fiktive Szenen. Es soll darum gehen eigene Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten in Verbindung mit historischen Geschichten zu bringen und die gefühlte Welt damals – wie heute sichtbar zu machen.
Aus dem Material für die Stadtführung soll zudem eine Bühnenfassung entwickelt werden, die auf der Studiobühne des Stadttheaters aufgeführt wird. Teile der Stadtführung könnten dann als Filmdokumente in das szenische Geschehen auf der Bühne eingeflochten werden.
Kontakt
Frauke Petersmann 04131 - 46 2 63
Stefan Schliephake 04131 - 266 69 90

In Zusammenarbeit mit
Lebenshilfe e.V.
Kirchenkreis St. Nicolai
Universität Lüneburg FB Sozialwesen
Gefördert durch
Lüneburger Landschaftsverb.e.V.
![]()
![]()
![]()
Diese Seite validiert nach XHTML und CSS | webwork von hempel media & spectrum media | Unbearb. Vorlage von css-vorlagen.de